BJÖRN DRENKWITZ
 
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protest               schwarze pixel

Protest

2017, Basaltsteine, ca.10x10x10 cm, sandgestrahlt

In Pflastersteine wurden Slogans von politischen Demonstrationen aus aller Welt und den letzten fünfzig Jahren eingraviert. Es wurden Slogans ausgewählt, die wieder oder noch Bezug zur internationalen Tagespolitik haben. Neben der Assoziation, dass sich das Gesagte und Geschriebene in seine Umgebung, die Straße, "einbrennt" , betont es auch die Mehrdeutigkeit des Pflastersteines als Objekt: Er dient als Speichermedium, kann sowohl verwendet werden um Brücken und Straßen zu bauen, als auch als potentielles Wurfgeschoss.

 

 

Protest

2017, Basalt stones, ca. 10x10x10 cm, sandblasted


In paving stones slogans from political demonstrations from around the world and the last fifty years were engraved. Slogans were selected that had or still have a connection to international daily politics. In addition to the association that what is said and written in this environment, the road, "burns" itself into the stone, it also emphasizes the ambiguity of the cobblestone as an object: it serves as a storage medium, can be used both to build bridges and roads, as well as a potential projectile.

 

 

 

Schwarze Pixel

2017, Digitaldruck, 79x79 cm

Die abgebildeten Pixel stammen aus der Bildmitte eines digitalen Photos von Malewitsch´s Bild "Schwarzes Quadrat". Neben der Frage nach Wahrnehmung und Bennenung von Farben (nur 3 der 9 gezeigten Pixel sind schwarz), stellt sich auch die Frage nach Originalität und Reproduzierbarkeit digitaler Abbildungen.

 

 

 

 

 

Black Pixel

2017, Digital print, 79x79 cm

The pixels shown are taken from the center of a digital photograph of Malewitsch's picture "Black Square". In addition to the question of perception and naming of colors (only 3 of the 9 pixels shown are black), the question also arises of the originality and reproducibility of digital images.

 

 

 

 

 

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Immaterielle Produktion


2016 Full HD Video, Dauer 02: 16

Das Video „Immaterielle Produktion“ zeigt einen Darsteller, der einen Text von Karl Marx über die Rolle des Kunstschaffenden in der kapitalistischen Produktion rezitiert, während er auf dem Kopf steht. Nach der Aufnahme wurde das Videobild umgedreht, so dass der Schauspieler normal zu stehen scheint. Dennoch ist seinen Gesichtszügen die Anstrengung und Konzentration anzumerken, die auf die im zitierten Text thematisierte produktive Arbeit verweist.

 

 

 

 

 

Immaterielle Produktion


2016 Full HD Video, Dauer 02: 16

The video "Immaterial Production" shows an actor who recites a text by Karl Marx about the role of the artist in capitalist production while he is in a headstand. After the recording, the video was turned around, so the actor seems to be standing normally. Nevertheless, his facial expressions show the effort and concentration that points to the productive work that is cited in the text.

 

 

 

 

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Haircut


2016, 4K Video, Dauer 30: 19


„Haircut“
zeigt nacheinander drei Aufnahmen von Blumensträußen, die in Anlehnung an klassische Malerei inszeniert und beleuchtet sind. Die Ruhe der Szene wird durchbrochen, als eine Darstellerin hinzutritt und beginnt den Blumen eine Frisur zu schneiden.

 

 

 

 

 

Haircut


2016 4K Video, Duration 30:19

The piece consists of three videos of flower bouquets. Each bouquet is arranged on a table in such a way as to remind of a 17th century still-life. The tranquility of the image is disturbed by the entrance of a hairdresser who begins to cut the bouquets a new haircut.

 

 

__________ the rest is silence

The Rest Is Silence


2015, vier gravierte Baseballschläger, circa 400 x10 x10 cm


In vier nebeneinander liegende, schwarze Baseballschläger wurde von einem Schauspieler eine Linie graviert, während er die letzten Worte Hamlets aus dem Stück von William Shakespeare rezitiert. Die durch das Sprechen im Körper erzeugten Bewegungen übertragen sich in die gravierende Hand, so dass statt einer geraden Linie eine gezackte Wellenlinie entsteht, die Ähnlichkeit mit einer Tonspur aufweist.

 

 

 

 

 

 

The Rest Is Silence


2015, four engraved baseball bats, circa 400 x10 x10 cm

In four adjacently lying black baseball bats, an actor engraved a line while he recited Hamlet's last words from William Shakespeare's play. The motions generated by the speech in the body are transferred to the engraving hand, so that instead of a straight line a jagged wave line is created, which resembles an audio waveform.

 

 

 

 

 

__________ pale blue dot

Origami (B-2 Stealth Bomber), 2016


Acryl- und Chamäleonlack auf Büttenpapier, jeweils 55 x 55 cm

 

Ein Papierflugzeug ist die weltweit am meisten genutzte Origamiform. Ein Origami in Form eines Flugzeugs wird mit dem Himmel verbunden, mit Fliegen ohne Grenzen und der Idee der Freiheit.
Die beiden Arbeiten der Serie Origami (B-2 Stealth Bomber) entstanden, nachdem man jeweils ein Origami in Form eines Flugzeugs faltete und anschließend wieder entfaltete. Die Form des Flugzeugs entstand als Nachbildung des Kampfflugzeugs B-2 Spirit, auch bekannt als Tarnkappenbomber. Ein amerikanischer schwerer Bomber, der durch seine „Stealth Technology“ vom Radar kaum wahrgenommen wird und dafür geschaffen wurde, Fliegerabwehrpunkte schwer zu bombardieren. Obwohl das Design ursprünglich für Nuklearbomben geschaffen wurde, ist die B-2 erstmals im konventionellen geführten Kosovo Krieg für Einssätze genutzt worden. Später dann im Irak, Afghanistan und Libyien.

Drenkwitz benutzte handgeschöpftes Büttenpapier um die Origamiflugzeuge zu falten, die er von oben und unten mit unterschiedlich farbigem Chamäleonlack und Acryllack besprühte. Daher stammen die bemerkenswerten Muster und Farben des entfalteten Papiers, das sich so in ein abstraktes Kunstwerk verwandelte. Doch wenn man den Titel liest, entstehen Fragen und das darin liegende Paradoxon wird sichtbar.

 

 

 

 

 

 

 

Pale Blue Dot, 2015


Digitaldruck auf Forex, 60 x 100 cm

1990, als die Weltraumsonde Voyager 1 unser Sonnensystem verließ, ordnete der Astronom Carl Sagan an, die Voyager umzudrehen und ein letztes Foto von der Erde zu machen. Das Ergebnis ist ein kleiner Punkt, kaum wahrzunehmen in der Dunkelheit des Universums: die Erde. Diese Fotografie unseres Planeten wird Pale Blue Dot genannt. 25 Jahre später nutzt Björn Drenkwitz dieses Bildmaterial, um den Pale Blue Dot zu untersuchen und Farbpixel des Punkts herauszufiltern, um weitere, farbige Punkte neben die Darstellung der Erde zu setzen. Drenkwitz bringt uns so die historische Tatsache durch einen zeitgenössischen Blickwinkel näher und ermöglicht uns, dieses Ereignis zu überdenken und neu zu interpretieren.

Dennoch sind diese Worte von Carl Sagan heute genauso bedeutsam und aktuell wie sie 1994 waren:
“Wir haben es geschafft, davon Bilder zu machen. Betrachte diesen Punkt. Das ist hier. Das ist unsere Heimat. Das sind wir. Auf diesem Punkt befindet sich jeder den Du liebst, jeder den Du kennst, jeder von dem Du jemals gehört hast. Jeder Mensch der jemals gelebt hat, lebte auf diesem Punkt.Die Gesamtheit unserer Freude, unseres Leidens, tausende von Religionen, Ideologien und Wirtschaftssysteme, jeder Jäger und Sammler, jeder Held und Feigling, jeder Schöpfer und Zerstörer der Zivilisation, jeder König und Bauer, jedes junge Liebespaar, jede Mutter und Vater, hoffnungsvolles Kind, jeder Erfinder und Entdecker, jeder Moralprediger und jeder korrupte Politiker, jeder “Superstar”, jeder “Oberste Führer”, jeder Heilige und jeder Sünder in der Geschichte der Menschheit lebte dort – auf diesem in einem Sonnenstrahl schwebenden Staubkörnchen.”— Carl Sagan, Rede in der Cornell University, 13. Oktober 1994

 

 

 

 

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Nationalhymnen

2014, Audioinstallation, 12 Inch Schallplatte vergoldet, Plattenspieler

Für die Arbeit "Nationalhymnen" wurden alle Nationalhymnen der knapp zweihundert, von den Vereinten Nationen anerkannten Staaten auf einer Tonspur übereinandergelegt und so synchronisiert, dass alle Hymnen gleichzeitig enden. Das so entstandene Stück beginnt zunächst mit einer Hymne, zu der ständig weitere hinzukommen, bis schließlich alle Nationalhymnen der Erde gleichzeitig erklingen.

Die auf diese Weise aus vielen Musikstücken entstandene Sounddatei wird auf eine Schallplatte gepresst, die vergoldet wird. Das Vergolden nimmt Bezug auf die Voyager Missionen der NASA, die 1977 gestartet wurden. An Bord der Raumsonden Voyager 1 und 2, die auf dem Weg aus unserem Sonnensystem heraus sind, befinden sich ebenfalls goldene Schallplatten, die Grußbotschaften, Musikstücke und Naturgeräusche anthalten und die Menscheit und Erde repräsentieren sollen.

Das polyphonische Instrumentalwerk von "Nationalhymnen" - komponiert aus allen Hymnen der Welt - lässt die einzelnen Nationalhymnen im Chaos untergehen und symbolisiert so die Krise der Utopie eines globalen Gleichklanges, der zu einem gewissen Grad an der Individualität der Stücke scheitert und somit Aspekte unserer globalen Situation repräsentiert.

 

 

National Anthems

2014, Audioinstallation, 12 Inch record, gold plating, record player


For the work "National Anthems", all national anthems of the nearly two hundred Nations recognized by the United Nations, were superimposed on a single sound track in such a way, that all hymns end simultaneously . As a result, the piece initially begins with one hymn,more and more hyms joining in, until at the end of the track, all national anthems of the earth sound simultaneously.

The sound file formed from many individual pieces of music is recorded on a vinyl record. This record is then plated with gold. The gilding of the record refers to the Voyager missions of NASA. On board the space probes Voyager 1 and 2, which were launched in 1977 , and are now on theon the way out of our solar system , were also golden records . On these records, greetings , music and nature sounds were recorded , which should represent humanity and the earth.

The polyphonic instrumental work of "National Anthems" - composed of all the national anthems of the earth -drowns the individual song pieces in chaos. In this way it symbolizes the crisis of an utopia of a global harmony, a harmony which fails to some extent on the individuality of the pieces and thus represents aspects of our global situation. .

 

 

 

Stille 03:49

2014, Full HDVideo, Dauer 03:49

Das Video „Stille 03:49“ zeigt Teile eines Konzertmitschnitts, in dem Louis Goldstein John Cage´s Sonaten und Interluden auf einem präparierten Klavier spielt. Das Video wurde so geschnitten und montiert, dass nur die Teile der Aufnahme zu sehen und zu hören sind, in denen Goldstein nicht spielt. Nun zeigt sich, dass die Stille zwischen den Tönen nicht lautlos, sondern angefüllt mit Geräuschen ist: Atmen, nachhallende Töne, Husten, usw. Durch das Auslassen des eigentlichen Ereignisses, des Konzertes, wird so ein Parallelereignis hörbar, das aus den Geräuschen in der vermeintlichen Stille besteht.

 

 

 

 

 

Silence 03:49

2014, Full HDVideo, Dauer 03:49

The video „Silence 03:49“ shows parts of a recorded concert by Louis Goldstein, playing John Cage´s Sonatas and Interludes on a prepared piano. The video was cut and edited in such a way, that only the parts of the record can be seen, in which Goldstein is not playing. Now one can hear, that the silence between the tones is not silent, but filled with sounds: breathing, lingering notes, coughing, etc.By leaving out the original event, the concert, a parallel event becomes audible, consisting of the sounds in the alleged silence.

 

 

 

 

schwarzes quadrat ___________ as time goes by

Schwarzes Quadrat

2014, Digitaldruck 79 x 79 cm

"Schwarzes Quadrat" ist eine offensichtliche Reminiszenz an das gleichnamige Gemälde von Kasimir Malewitsch, eine Ikone der Malerei des 20 Jahrhunderts. Auch die Größe von 79 x 79 cm entspricht dem Original. Anders als das Bild Malewitsch´s zeigt die Arbeit "Schwarzes Quadrat" mehrere, leicht unterschiedlich gefärbte Quadate ineinander geschichtet. Jedes dieser Quadrate ist in einer anderen schwarzen Farbe aus dem RAL Farbraum gefärbt. Somit ist jedes per Definition schwarz, obwohl alle unterschiedlich gefärbt sind. Dem entsprechend enthält der weiße Rand des Bildes alle weißen RAL Farben."Schwarzes Quadrat" hinterfragt sowohl die Verbindlichkeit und Subjektivität von Farben, als auch die Gültigkeit des RAL Systems. dass zur Rationalisierung der Wirtschaft eingeführt wurde.

 

 

 

 

 

 

Black Square

2014, digital print 79 x 79 cm

"Black Square" is an obvious reference to the painting of the same name by Kasimir Malewitsch, one of the icons oh 20th century painting. The size of 79 x 79 cm is also the size of the original. Unlike Malewitsch´s painting, "Black Square" shows several squares, coloured slighty different from and stacked into each other. Each of these squares is coloured in a different black colour from the RAL colour space. In this way, every square is per definition black, even though the colours differ. Correspondingly, the white border surrounding the square contains all white RAL coulours."Black Square" questions both the liabillity and subjectivity of colours as well as the validity of the RAL system, which was introduced as a means of rationalising industry.

 

 

 

 

 

 

As Time Goes By

2014, zwölf gravierte Taschenuhren

"As Time Goes By" zeigt zwölf Taschenuhren aus schwarz eloxiertem Stahl auf einem Sockel mit den Maßen 60 x 60 x 60 cm. In jede Uhr ist ein Buchstabe des Satzes "As Time Goes By" eingraviert. Der Betrachter blickt von oben auf die Installation herab und kann sich den Sinn des Satzes erschließen, indem er den Sockel mit den Uhren im Uhrzeigersinn umrundet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

As Time Goes By

2014, twelve engraved pocket watches

"As Time Goes By" shows twelve pocket watches made from black anodized steel on a plinth measuring 60 x 60 x 60 cm. In each watch, one letter from the sentence "As Time Goes By" is engraved. The viewer is looking down on the installation and can extrapolate the meaning of the sentence by circling clockwise around the plinth with the watches.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Sein und Zeit

2013, Full HDVideo, Dauer 05:16 (Videoloop)

Sein und Zeit ist das Hauptwerk des Philosophen Martin Heidegger. Für das Video „Sein und Zeit“ wurde der zentrale Teil des Buches verwendet, der sich damit beschäftigt, wie uns unser Wissen um eine bevorstehende Zukunft zu dem macht, was wir sind. Heidegger wurde oft für seine Benutzung einer äußert komplizierten Sprache in Sein und Zeit kritisiert. Die Darstellerin im Video rezitiert den Text, während sie schnell auf dem Laufband eines Fitnessgeräts läuft. Auf diese Weise läuft sie dem Text buchstäblich hinterher und stolpert über Worte. Der Betrachter kann nur schwer dem Zusammenhang folgen. Durch den Verlust an Kohärenz öffnet sich der Text jedoch für neue Interpretationen und Assoziationen

 

 

 

Time and Being

2013, Full HDVideo, Dauer 05:37 (Videoloop)

Time and Being is the major work of philosopher Martin Heidegger. For the video "Time and Being", the central part of the book, which is about how the knowledge of the existence of our future makes us what we are is used. Heidegger has often been critized for his use of overly complicated language. The actress in the video recites the text, while jogging quickly in a fitness studio. In this way, she is running after the text, stumbling over it, chasing it. The text loses coherence and so is open to new interpretation and association.

 

meaningful silence

 

Meaningful Silence

2013 Montierte Screenshots, 222 x 50 cm, UV-Direktdruck auf Aluminium-Dibond

Der Abwurf der Atombombe auf Hiroshima am 06. August 1945 war der erste und bis jetzt einzige Einsatz atomarer Waffen im Krieg. Durch die Demonstration der Zerstörungskraft der Atombombe und die damit verbundene atomare Abschreckung wurde die Weltpolitik bis heute in hohem Maße beeinflusst. Die Arbeit „Meaningful Silence“ entstand aus einer Audioaufzeichnung der letzten Millisekunden Stille vor der Detonation. Die akustische Information wurde in eine visuelle umgesetzt. In der so entstandenen Grafik ist an den Ausschlägen der Kurve zu sehen, dass in der vermeintlichen Stille immer noch Geräusche vorhanden sind. Die Arbeit zeigt den letzten Moment einer vergangenen Zeit und auch einer verlorenen Unschuld.

 

 

 

Meaningful Silence

2013 modified screenshots, 222 x 50 cm, UV-directprint on aluminium dibond

The drop of the atomic bomb on Hiroshima on 06th August 1945 was the first and up to now the only use of atomic weapons in war. Through the demonstration of the destructive power of atomic weapons and their deterrent function, world policy was heavily influenced, even to this day. The piece „Meaningful Silence“ was created from a audio record of the last miliseconds before the detonation. The acustic information has been translated to a visual one. In this graphic, one can see from the amplitude of the curve that within the so-called silence some sounds still exist. The piece shows the last moments of a time gone by and innocence lost.

 

 

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Duett

2012 FullHD Video, Dauer: 01: 46

Das "Blumenduett" aus der Oper "Lakmé" von Léo Delibes ist eines der meistgespielten Duette der Welt, wobei die meisten Zuhörer weder Autor noch Stück kennen. Dieses Duett wird normalerweise von zwei Sängerinnen gesungen, wobei eine Sopran und die andere Mezzosopran singt. In der Videoarbeit "Duett" hat eine Sängerin zunächst die erste Stimme des Duetts gesungen und wurde dabei auf Video aufgezeichnet. Danach wurde diese Aufzeichnung lebensgroß auf ihr Gesicht projiziert, während sie die zweite Stimme des Duetts sang. Dies wiederum wurde ebenfalls auf Video aufgezeichnet, so daß im fertigen Video "Duett" zu sehen ist, wie eine Sängerin im Duett mit sich selbst singt.

Das Video thematisert, neben der musikalischen Komponente, Synchronizität und Abweichung. Dabei wird der Betrachter vor allem durch die visuelle Abweichung der beiden übereinanderliegenden Gesichter irritiert, diese steht im Gegensatz zu der Klarheit des Liedes.

 

 

Duet

2012 FullHD Video, Dauer: 01: 46

The "Flower Duet" from the opera "Lakmé" by Léo Delibes is one of world´s most-played duets, although most listeners know neither author nor piece. This duet is normally sung by two singers, one soprano and one mezzosoprano. In the videopiece "Duet", a singer initially sang the first voice of the duet, which was recorded on video. The recording was then projected life-size on her face, while she was singing the second voice of the duet. This again was recorded on video, so in the finished video "duet" one can see a singer singing a duet with herself.

The video thematises, aside from the musical component, synchronicity and deviation. The viewer is above all irritated by the visual disjunction of the matching faces, which is in contrast to the clarity of the song.

 

 

 

 

100 Songtitel

2012 Full HDVideo, Dauer 08: 35 sek

Popsongs sagen uns in ihren Texten häufig, was wir tun sollen - oder eben nicht. Sie beschäftigen sich mit Problemen und Krisen und geben Ratschläge für unser Leben. Obwohl Musik und Text oft banal und kommerziell sind, geben Popsongs vor, sich mit essentiellen Fragen zu beschäftigen und Lösungen anzubieten. Im Gegensatz zur Leichtheit und Variabilität von Popsongs hat Operngesang etwas sehr formales und zeigt eine große Strenge und Autorität. In "100 Songtitel" kommen diese beiden konträren musikalischen Ausdrucksformen zusammen. Ein Opernsänger improvisiert zu den Worten von einhundert Songtiteln, die mit dem Wort "Don´t" beginnen - also einem Ratschlag, etwas nicht zu tun. Dem inhaltlichen Gebot, etwas zu unterlassen - manchmal auch verknüpft mit dem Rat, stattdessen etwas anderes zu tun - wird durch das strenge Auftreten eines klassisch ausgebildeten Opernsängers Würde und Autorität verliehen, die einem Popsong abgeht und so die Durchsetzungsfähigkeit der inhaltlichen Botschaft verstärkt. Darüber hinaus ergeben sich durch die Aneinanderreihung der Titel neue Zusammenhänge - ein seltsamer Monolog entsteht.

 

100 Songtitles

2012 Full HDVideo, Duration 08:35

Pop songs tell us in their lyrics often what we should do - or just not. They deal with problems and crisis and give advice for our life. Although music and text are often banal and commercial, pop songs pretend to deal with essential questions and to offer solutions. In contrast to the ease and variety of pop songs, opera songs have something very formal and show a great severity and authority. In "100 song titles " these contrary musical forms of expression clash together. An opera singer impovises to the words of 100 song titles which begin  with the word "Don't" - an advice to not do something. To this  „order“ to omit something - sometimes also tied up with the advice to do, instead, something else - dignity and authority is lent by the austere appearance of a classically trained opera singer, which a pop song lacks, and thus strengthens the clarity of the content´s message. In addition, new connections come up by the sequence of the titles - a strange monologue originates.

 

 

 

drenkwitz echo

 

Echo

2011/12 (offene Reihe), Montierte Screenshots, UV-Direktdruck auf Aluminium-Dibond

Von oben nach unten:
"Blood, toil, tears and sweat" (Winston Churchill, 1940), 30 x 358 cm
"Yes we can" (Barack Obama, 2008), 30 x 244 cm

Ein Echo entsteht, wenn sich die Reflektion von Schallwellen so lange verzögert, dass dieser Schall unabhängig von der ursprünglichen Geräuschquelle wahrnehmbar wird. „Echo“ zeigt weltbekannte Sätze verschiedener Persönlichkeiten, aus originalen Audioaufzeichnungen entnommen und in eine graphische Darstellung der Frequenzen übersetzt. Das uns geläufige System zur visuellen Übersetzung von Ton, nämlich die Schriftsprache, wird hier bewusst ersetzt durch das abstrakte aber wissenschaftlich präzise System der Frequenzdarstellung.  Die nahezu jedem Menschen auf der Welt bekannten Sätze werden paradoxerweise durch ein System abstrakter, das eigentlich präziser und universeller ist als Sprache. Die Aufzeichnungen, an sich schon Echos aus der Vergangenheit, werden in einen visuellen Code übersetzt, der dem Betrachter zwar ungewohnt, aber nicht völlig fremd ist und ihm die Möglichkeit lässt, das Gesehene rückzuübersetzen und zu entschlüsseln. Gleichzeitig sind die Frequenzmuster ein Portrait des aufgezeichneten Sprechers.

 

 

Echo

2011/12 (open series), modified screenshots, UV-directprint on aluminium dibond

From top to bottom:
"Blood, toil, tears and sweat" (Winston Churchill, 1940), 30 x 358 cm
"Yes we can" (Barack Obama, 2008), 30 x 244 cm

An echo originates if the reflection of sound waves is delayed so long, that this sound becomes discernible regardless of the original source of the sound. "Echo" shows world-renowned sentences of different personalities,taken from authentic audiorecordings and translated into a graphic representation of the frequency. The system familiar to us for the visual translation of sound, namely the written language, is consciously substituted here with the abstract but more precise system of the frequency patterns. Sentences, which most of the world population knows, become paradoxically more abstract by use of a system, which is actually more exact and more universal than language. The recordings, in themselves already echoes from the past, are translated into a visual code which is unusual to the viewer, but not absolutely foreign and leaves him the opportunity to translate back what is seen and decipher it. At the same time the frequency patterns are a portrait of the taped speaker.
OK ___________ Skizze OK

OK

2012, Diasec, 100 x 60 cm

Das Wort "OK" gilt als das meistgesprochenste Wort der Welt.Seine Herkunft ist nicht vollständig geklärt und stammt vermutlich von einer fehlerhaften Schreibweise der Worte "oll korrect" (all correct). Verwendet wird es üblicherweise im Sinne von "Alles in Ordnung".

Für die Arbeit "OK" wurde die Zeichen des Wortes aus jedem auf der Welt verwendeteten Aphabetsystem übereinandergelegt. Daraus ergibt sich eine neue Glyphe, in der schattenhaft Teile der verwendeten Symbole zu sehen sind, die zusammen ein neues Zeichen ergeben.

 

 

 

OK

2012, Diasec, 100 x 60 cm

The word "OK" is said to be the most-spoken word in the world. It´s origin is unclear, but most likely it comes from a misspelling of the words "oll korrect" (all correct). It is commonly used in the sense of "everything is allright"

For the piece "OK", the characters of the word from every alphabetical system in the world were put atop each other. This produces a new Glyph, in wich shadowy parts of the used symbols can be seen, together generating a new character.

 

nationalblumen1 ____ nationalblumen2 ______ nationalblumen3

Nationalblumen

2012, Installation, Durchmesser des Topfes 60 cm

Für "Nationalblumen" wurden die Nationalblumen aller 44 Länder mit europäischem Territorium in einen Topf gesetzt. Der Topf hat ein Gewicht von etwa 50 Kilogramm und einen Durchmesser von 60 cm. Die meisten der Pflanzen benötigen völlig unterschiedliche Bedingungen: Licht oder Schatten, Feuchtigkeit oder Trockenheit, Wärme oder Kälte. Alle in einem Topf können sich auf Dauer nicht behaupten. Der Topf mit der Nationalblumen repräsentiert globale Synchronizität, die zu einem Verlust einzelner Identitäten führt. Die Aufnahmen entstanden eine Woche nach Einsetzen der Pflanzen. Nicht alle Pflanzen sind zu sehen, da nicht alle gleichzeitige Wachstums- und Blütephasen haben.

Liste der verwendeten Pflanzen:
Begonien, Rose, Kornblume, Eiche, Maiglöckchen, Schwertlilie, Lorbeer, Veilchen,
Klee, Alpenveilchen , Gänseblümchen, Gartenraute, Tulpe, Edelweiss, Klatschmohn, Lavendel, Heckenrose , Linde, Nelke, Pfingstrose, Heidekraut, Kamille, Pflaume, Sonnenblume, Lilie

 

 

National Flowers

2012, Installation, Pot diameter 60 cm

For "National Flowers", the national floral emblems of all 44 country with european territories were planted in one pot. The pot weighs about 50 kilogramm and has a diameter of 60 cm. Most of the plants need very different conditions: light or shade, humidity or dryness, warmth or cold. All in one pot cannot stand their ground. The pot with the national flowers represents global synchronizity, which leads to a loss of individual identities. The pictures were made one week after planting the flowers. Not all flowers can be seen, since their phases of growth and flowering don´t coincide.

List of plants used:
Begonia, Rose, Cornflower, Oak, Lily of the valley, Blue iris, Laurel, Violet,
Clover, Cyclamen, Daisy, Rue, Tulip, Edelweiss, Poppy, Lavender, Dog rose, Linden tree, Carnation, Peony, Heather, Camomile, Plum, Sunflower, Lily

 

 

quovadis ____ quovadis2 ______ quovadis3

Quo Vadis

2012, Textinstallation, Größe variabel

"Quo Vadis" ist der bekannteste polnische Roman, geschrieben von Henryk Sienkiewicz 1896 und weltweit berühmt geworden durch die amerikanische Verfilmung von 1951 mit Peter Ustinov. Die Frage "Quo Vadis?" stammt aus dem titelgebenden 69ten Kapitel, in dem der Apostel Paulus auf seiner Flucht aus Rom Christus begegnet und ihn fragt "Quo vadis, Domine?" ("Wohin gehst du, Herr?") und zur Antwort erhält "Venio Romam iterum crucifigi." ("Nach Rom, um mich erneut kreuzigen zu lassen"). Daraufhin kehrt Petrus um, wird in Rom gefangengenommen und gekreuzigt. Heute wird die Phrase "Quo Vadis" oft im Sinne von "Wohin soll das noch führen?" oder "Wie soll das weitergehen?" verwendet.

Für die Textinstallation "Quo Vadis" wurde diese essentielle Seite des Buches ausgehend vom polnischen Originaltext nacheinander in jede der 25 Sprachen übersetzt, in denen auch das Buch erschienen ist, um dann am Ende der Kette wieder ins Polnische zurückübersetzt zu werden. Durch die Übersetzung von einer Sprache in die nächste, also vom Polnischen ins Deutsche, dann vom Deutschen ins Englische, usw. wird der Text nach und nach verwässert, Inhalt und Subtext verändern sich. Diese Art des Umgangs mit dem Text nimmt Rückbezug auf den Stellenwert historischer und religiöser Texte: nach der Übersetzung in mehrere Sprachen und zum Teil mündliche Tradierung hat sich eine gewisse Unschärfe eingestellt - bei Texten, die eine wesentliche Basis unseres Geschichtsverständisses und unserer Gesellschaft bilden.

 

Quo Vadis

2012 Textinstallation, Size variable

"Quo Vadis" is the most famous polish novel ever, written by Henryk Sienkiewicz in 1896, it became world-famous with the american movie adaption from 1951, starring Peter Ustinov. The question "Quo Vadis?" originates from the 69th chapter, where the apostle Paul, fleeing from Rome, meets Christ on the street and asks "Quo Vadis, Domine?" (Where are you going, Lord?). Christ answers "Venio Romam iterum crucifigi" (To Rome, to be crucified). Hearing this, Paul returns to Rome, is captured and crucified. Today the phrase "Quo Vadis" is used in the sense of "Where should all this lead?" or "How do we go on from here".

For the textinstallation "Quo Vadis", this quintessential Page of the Novel was translated, starting from the polish original, into each of the 25 languages the book was published in. By translating from one language into the next, from Polish to German to English, etc. the text is slowly diluting, the content and subtext changing.This method of treating the text is referring to the significance of historical and religious texts: after being translated in different languages and partlybeing handed down orally, some texts have become blurred - this in texts that Bild an essential basis of our understanding of history and society.

 

 

infinity2 ____________
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Infinity - Part two

2012 Granitplatte "Nero Assoluto", sandgestrahlt, 102,4 x 76,8 cm

Zeit ist ein der Videokunst als lineares Medium immanentes Thema. Das Verstreichen der Zeit wirkt sich jedoch auch direkt auf die digitalen Medien aus: Digitale Daten sind zwar einerseits in Form von Binärcode (der kleinsten Einheit der Computersprache) ewig
reproduzierbar; die Lebensdauer der Speichermedien ist aber auf wenige Jahre beschränkt.

An diesem Paradoxum setzt die Arbeit "∞ - part 2" an: Der binäre Code des mathematischen Symbols für Unendlichket "∞" wird in eine Granitplatte gemeißelt. So wird die digitale Datei im ältesten analogen Medium der Welt konserviert, sprichwörtlich in Stein geschrieben, und bleibt so aus dem Stein heraus reproduzierbar. Die Größe der Granitplatte erschließt sich aus der gängigen Auflösung von Computerbildschirmen - 1024 x 768 Pixeln.

 

 

 

Infinity- Part two

2012 Granite slab "Nero Assoluto", sandblasted, 102,4 x 76,8 cm

In Video art as linear medium, time is an immanent theme. The passing of time also has a direct influence on the digital media: digital data one one hand is eternally reproduccable (in form of binary code), on the other hand, storage media have a limited lifespan of a few years.

This paradoxum is the starting point of the piece "Infinity - part two": the binary code of the mathematical symbol for infinity - the lying figure eight - is sandblasted into a granite slab. In this way, the digital data is conserved in the oldest analogue medium of the world, "written in stone" and so remains eternally reproducable from the stone. The size of the granite slab refers to the usual common resolution of computer monitors - 1024 x 768 Pixels.

 

 

 

 

 

Geheimnis

2010/11 Videoinstallation, FullHD Videos

In einem abgedunkelten Raum sind mehrere Videoportraits zu sehen und ein Durcheinander aus Flüsterstimmen zu hören. Jedes Videobild zeigt eine erzählende Person. Diese Personen wurden zuvor gebeten unter der Bettdecke ein persönliches Geheimnis zu verraten. Diese Geheimnisse werden nun dem Betrachter anvertraut. Dazu muss er jedoch nah an die jeweilige Projektion herantreten um die Stimme des dort Flüsternden aus dem Durcheinander der Stimmen herauszuhören. So begibt er sich auf eine sehr vertraute Ebene mit dem Sprechenden, auf der das Geheimnis geteilt und somit öffentlich wird – und damit aufhört, ein Geheimnis zu sein.

 

Secret

2010/11 Videoinstallation, FullHD Videos

In a darkened room, several Videoportraits can be seen and a chorus of whispering voices can be heard. Each Video shows a narrating person. These persons were asked before to tell a personal secret under their blanket. These secrets are now entrusted to the viewer. For this to happen, he has to step close to the projection to discern the voice of the person whispering theirs from the chorus of the other voices. By this act, the viewer puts himself on a very personal level with the narrator, on which the secret is shared and therefore becomes public – thereby ceasing to be a secret.

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Seestück

2011 FullHD Video, Dauer 02:55

Das Video hat den typischen Aufbau eines Seestücks; Himmel, See und Strand nehmen jeweils ein Drittel des Bildes ein. Auf dem Strand tanzen zwei Frauen, dieser Teil des Videos läuft in Zeitlupe ab, während der Himmel in Zeitraffer und das Meer in Realzeit zu sehen ist.
Diese Verschränkung der Zeitebenen bewirkt einen Effekt der Verfremdung beim Betrachter: Während die Tanzenden leicht und schwebend wirken, verdunkelt sich der Himmel innerhalb kürzester Zeit zu bedrohlichem Schwarz.

 

 

Seapiece

2011 FullHD Video, Duration 02:55

 

The video has the typical structure of a seapiece: sky, sea and shore each take up one third of the image. Two women are dancing on the beach, this part of the video runs in slow motion, while the sea is shown in real time and the sky is accelerated.
This interweaving of time levels brings about an effect of irritation of the viewer: while the dancers appear light and floating, the sky darkens quickly to a threatening black.

 

 

2011 FullHD Video,Videoloop

Ein bunter Drachen schwebt in der Luft und zeichnet eine liegende Acht am wolkenlosen, blauen Himmel. Es bedarf sicher einer hohen Fertigkeit um die Kunstfigur in vollkommener Form zu vollenden und dennoch vermittelt sie den Eindruck, dass nichts einfacher ist als das. Der Drachen braucht dazu nur sechs Sekunden. Sechs Sekunden, um das Symbol der Unendlichkeit virtuell darzustellen: ein Paradox. Die Unendlichkeitsschlaufe im Video weist einen Schnittpunkt auf, mit dem Unterschied, dass er das Bindeglied zwischen den beiden Schlaufen bildet, nicht einen Trennpunkt. Er ist der immer wiederkehrende Punkt im geschlossenen Kreis der unendlichen Bewegung.

Danièle Perrier

 

2011 FullHD Video, Videoloop

A colorful kite floats in the air and draws a figure eight in the cloudless blue sky. Certainly a great amount of skill is required to be able to complete the symbol in its entirety, and yet it gives the impression that there’s nothing simpler. It takes the kite only six seconds to complete this motion; six seconds to virtually depict the symbol of infinity – a paradox. The infinite loop of the video also refers to a point of intersection. Here, however, this intersection constitutes the link between the two loops rather than a point of separation. It is the continuously returning point in the closed loop of the endless motion.

Danièle Perrier

 

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Zeitraffer

2011 FullHD Video, Dauer 03:07

Ein Mund ist in Großaufnahme zu sehen. Er spricht die technische Definition des Begriffs Zeitraffer, die Stimme klingt dabei seltsam verzerrt und hoch. Der Text wurde bei der Aufnahme extrem langsam eingesprochen und dann per Zeitraffer auf normale, verständliche Geschwindigkeit beschleunigt. Es entsteht eine Diskrepanz zwischen Inhalt und Form des Videos, das Medium thematisiert sich selbst. Die eigentlich vertrauten filmischen Mittel Zeitraffer und Zeitlupe werden zweckentfremdet und gegen sich selbst verwandt.

 

 

Fast Motion

2011 FullHD Video, Duration 03:07

A mouth is shown in close-up. It speaks the technical definition of the term "Time-lapse photography", the voice sounding strangely distorted and high-pitched. The text was spoken extremely slow for the recording and then accelerated by time-lapse photography to a normal, understandable speed. A discrepancy occurs between contents and form of the video, the medium focuses on itself. The normally familiar cinematic techniques time-lapse photography and slow motion are used for a purpose not intended and against themselves.

 

 

Klimmzug

2010 HD Video, Dauer 00:49 (Videoloop)

Zunächst sieht der Betrachter eine silberne Linie auf schwarzem Grund. Diese zeigt sich als Klimmzugstange, sobald sie von den Händen der Protagonistin ergriffen wird. Die Protagonistin wurde zuvor gebeten, so viele Klimmzüge wie möglich zu machen. Was anfangs leicht und mit neutralem Gesichtsausdruck zu bewältigen ist, wird immer mehr zum Kraftakt. Nach dem letzten Klimmzug und dem loslassen der Stange entspricht das Endbild dem Anfangsbild und wiederholt sich ins Unendliche. Die Abstraktion des eigentlich vertrauten Bewegungsablaufes lässt dem Betrachter bewusst Raum für Assoziationen.

 

 

Pull-up

2010 HD Video, Duration 00:49 (Videoloop)

First the viewer sees a silver line on black ground. This turns out to be a pull-up bar, as soon as it is seized by the hands of the protagonist, who was asked before to make as many pull-ups as possible. What is to be mastered, in the beginning easily and with neutral expression, becomes more and more a feat of strength. After the last pull-up and letting go of the bar, the final picture corresponds to the beginning picture and recurs in the infinite. The abstraction of the actually familiar motion sequence allows space for the viewers associations consciously.

 

 

 

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Bankett

2010 FullHD Video, Dauer 09:50

Die Arbeit „Bankett“ zeigt einen mit Speisen, Wein und Blumen gedeckten Tisch. Die Tischdecke ist in Falten gelegt, der ganze Aufbau ist in gedämpftes, gelbliches Licht getaucht. Die Inszenierung der Speisen und der Faltenwurf der Tischdecke erinnern stark an die niederländischen Bankettstilleben des 17. Jahrhunderts. Der statische Aufbau wird plötzlich durch zwei Katzen unterbrochen, die auf den Tisch springen und die Speisen zu fressen beginnen. Durch ihren Eingriff entstehen nun zwei Stilleben - das arrangierte vor ihrem Auftauchen und das neue, von der Interaktion der Tiere veränderte. Die Katzen sind völlig schwarz vor einem schwarzen Hintergrund, dadurch bekommen sie eine mystische Qualität und erinnern an Schatten - das Bild wird aus sich heraus belebt.

 

 

Banquet

2010 FullHD Video, Duration 09:50

The video work „Banquet“ shows a table arranged with food, wine and flowers. The tablecloth is puckered, the whole arrangement illuminated with soft, yellow light. The mise-en-scéne of the food and the tablecloth is strongly reminiscent of the Dutch banquet still-lifes of the 17th century. The static arrangement is suddenly interrupted by two cats jumping on the table and starting to eat the food. Through their interaction, the cats create two still-lifes: the arranged one before their appearance and the new, altered one. The cats are totally black before a black background, thus getting a mystical quality and reminding of shadows – the picture is animated from within itself.

 

 

10 Minuten

2009 HD Video, Dauer 13:13

Zehn Personen wurden, jeweils separat, frontal vor eine Kamera gesetzt und bekamen die Aufgabe still für sich die vergehende Zeit zu bemessen und das Verstreichen jeder Minute anzusagen. Die individuelle und unterschiedliche Zeitwahrnehmung der Darsteller wird nicht nur untereinander, sondern auch mit dem subjektiven Zeitempfinden des Betrachters in Konflikt gesetzt.

 

 

 

10 minutes

2009 HD Video, Duration 13:13

Ten people were filmed seperately with the task of measuring the elapsing of 10 minutes (without a watch) and anouncing each minute. The individual and different perception of time each performer has is measured against the viewers own perception and measuring of time.

 

 

 

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Atem

2009 HD Video, Dauer 03:07

Sechs Personen wurden separat gefilmt und gebeten ihren Atem so lange wie möglich anzuhalten. Atmung ist das essentielle Zeichen des Lebens, Atemlos zu sein bringt ein Gefühl des Befremdens und der Bedrohung mit sich. Die Arbeit konzentriert sich auf die Anstrengung und die Intensität in den Gesichtern und die Erleichterung und das Gefühl des Triumphes nach dem Einatmen.

 

 

 

 

Breath

2009 HD Video, Duration 03:07

Six people were filmed separately and asked to hold their breath as long as possible. Respiration is the essential sign of life To be breathless brings a feeling of menace with it. The work concentrates upon the strain and the intensity in the faces, as well as the relief and feeling of triumph on inhaling.

 

 

 

 

 

 

 

Premiere

2009 HD Video, Dauer 05:00

Theaterschauspieler wurden direkt vor und nach der Vorstellung am Abend der Premiere gefilmt. Diesem Auftritt sind Wochen oder Monate intensiver Arbeit vorausgegangen. Der Schauspieler wurde dabei alleine in einem separaten Raum, weg vom Premierentrubel, fünf Minuten vor die Kamera gesetzt. Die Anspannung und der Druck, die vor der Premiere zu sehen sind, fallen nach der Aufführung ab - man sieht den Portraitierten an, dass sie etwas Bewegendes und Besonderes hinter sich haben.

 

 

 

 

 

Premiere

2009 HD Video, Duration 05:00

Theatre actors were filmed immediately before and after their first show for five minutes. Weeks of hard and intense work for this evening have passed. Anxiety and nervousness show themselves in the faces of the actors. After the event, pride, relief and joy can be seen. Even though the event itself is left out, the viewer can feel that something moving and special has happenend.

 

 

 

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Heiligenstädter Testament

2009 Videoinstallation, Größe variabel

Das Heiligenstädter Testament Beethovens gehört zu den erschütterndsten Texten des Komponisten. Es entstand 1802 für seine Brüder mit der Bestimmung: „nach meinem Tode zu lesen“. Es ist ein Dokument einer Krise, ausgelöst durch den Prozess der Ertaubung und der damit einhergehenden Vereinsamung. Drenkwitz reflektiert diesen Sinnesverlust; das Faksimile des Textes wird von hinten auf eine Folie projiziert, die von vorne durch einen Scheinwerfer so hell beleuchtet wird, dass die Projektion zunächst nicht sichtbar ist. Das ändert sich jedoch, wenn man in den Lichtkegel tritt.

Dirk Ufermann
Videonale

 

 

 

Heiligenstaedter Testament

2009 Videoinstallation, Size variable

The Heiligenstädter Testament by Ludwig van Beethoven is one of the Composer's most moving letters. It was written for his brothers in 1802 „to be read after my death“ and is the documentation of a crisis started by the process of becoming deaf and the solitude it brought with it. Drenkwitz reflects on this loss of perception; the text is projected from behind on a screen, which is illuminated from the front so strongly that the projection becomes invisible. This changes when the viewer steps into the light.

Dirk Ufermann
Videonale

 

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Joker

2008 HD Video, Dauer 12:47

Zwei Darsteller bekamen vor Beginn der Aufnahme die Aufgabe, solange zu lachen
wie sie können. Lachen ist seinem Wesen nach ambivalent - je nach sozialer Situation kann es verschiedene Funktionen haben. Das anfänglich künstliche Lachen der Darsteller ändert sich, schwankt zwischen echter Belustigung und Hysterie. Es verzerrt die eigentlich schönen Gesichtszüge derart, dass schließlich fraglich ist, ob die Protagonisten lachen oder verzweifeln. Auch der Betrachter schwankt zwischen verschiedenen Reaktionen: das Lachen kann ansteckend oder befremdlich wirken.

 

 

Joker

2008 HD Video, Duration 12:47

Two performers were tasked to laugh as long as they could. Laughing is a very ambivalent act: one can laugh out of uncertainty, joy or to mock someone. The laughter of the performers ranges between these categories, seems insincere or hysterical at times. The physically taxing act of laughing for a long time twists the facial features of the performers so much, that it is questionable whether they are still laughing or despairing. The viewer is also confronted with a range of feelings: laughter can be contagious or disconcerting.

 

 

Federleicht

2008 HD Video, Dauer 07:00

Der Darsteller bekam vor Beginn der Aufnahme die Aufgabe eine Vogelfeder solange in der ausgestreckten Hand zu halten, bis der schließlich herabsinkende Arm das Bild verlässt. Der Widerspruch zwischen der Leichtigkeit der Feder und der steigenden Belastung ist in der Arbeit der Muskeln zu sehen. Der Bildaufbau und Schattenwurf ist stark an antike Skulptur und Mythologie angelegt.

 

Featherweight

2008 HD Video, Duration 07:00

Before beginning the recording, the actor was tasked to hold a bird's feather in his outstretched hand, until the slowly sinking arm finally leaves the picture. The contradiction between the ease of the featherand the rising tension is to be seen in the work of the muscles. The structure of the picture and shadows is strongly related to antique sculpture and mythology.

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____________ prybjat

Prybjat

2007 Closed Circuit Videoinstallation

Die Installation zeigt ein altes Photo, aufgenommen in den 40er Jahren. Das etwas unscharfe Photo zeigt einen Mann in einer winterlichen Landschaft, der etwas unsicher auf einer Bank sitzt. Die Art der Kleidung und das Birkenholz, aus dem die Bank gefertigt ist, wecken Assoziationen an Russland und seine Birkenwälder. „Prbyat“ ist der Ort in Russland, an dem das Photo aufgenommen wurde. Dieses Photo ist in einer Ecke des Raumes an der Wand befestigt und durch eine davor stehende Kerze beleuchtet. Photo und Kerzenschein werden von einer Videokamera aufgenommen und zu einem an der Decke gehängten Beamer übertragen, der das Bild von Foto und Kerzenschein an eine Wand projiziert. Gegenüber der Projektion befindet sich ein genauer Nachbau der Bank, auf der der Betrachter Platz nehmen kann. Durch seine Bewegung im Raum nimmt der Betrachter Einfluss auf die Installation. Der entstehende Luftzug bringt die Kerze zum Flackern. Das so bewegte Bild erinnert in seiner Färbung an alte Filme. Gleichzeitig bewirkt die eigentlich warme Flamme der Kerze durch ihr Flackern den paradoxen Eindruck von Kälte und Unwirtlichkeit der Landschaft. Der Betrachter, der auf der Bank Platz genommen hat, ist selbst Teil der Installation. Indem er sich in dieselbe physische Situation wie die Person auf dem Photo begibt, spiegelt er sich vermeintlich und dies forciert Einfühlung und Kommunikation mit dem Gegenüber.

Rosa Erdmann

 

 

 

 

Prybjat

2007 Closed Circuit Videoinstallation

The installation shows an old photo, taken in the 40s. The somewhat blurred photo shows a man in a wintry scenery who sits awkwardly on a bench. The style of the clothes and the birchwood, from which the bench is fashioned bring up associations with Russia and its birch forests. "Prbyat" is the place in Russia in which the photo was taken. This photo is fastened to the wallin a corner of the exhibition space and is illuminated by a candle standing before it. Photo and candle-light are recorded by a video camera and are transferred to a video projector hung in the cover which projects the live picture of photo and candlelight to a wall. Opposite to the projection stands an exact replica of the bench, on which the viewer can take a seat.By his movement in the space, the viewer can influence the installation. The air movement, caused by the viewers movements,cause the candle to flicker. The picture, animated in this fashion, reminds in its colouring of old films. At the same time the actually warm flame of the candle, causes by its flickering, the paradoxical impression of cold and inhospitableness of the scenery. The viewer who has taken a seat on the bench, is himself part of the installation. When he enters the same physical situation as the person on the photo, he is rseemingly eflected, thus forcing empathy and communication with the opposite.

Rosa Erdmann

 

 

 

 

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Jeanne D´Arc

2007 SD Video, Dauer 17:07

Björn Drenkwitz widmet eine Arbeit der historisch bedeutenden Figur der Jeanne D` Arc. Die französische Nationalheldin führte im Hundertjährigen Krieg das französische Heer gegen die Engländer an, wurde der Ketzerei und der Zauberei angeklagt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Das 17-minütige Video zeigt die junge Heldin im Halbprofil mit einem metallenen Brustpanzer bekleidet. Nichts scheint sich auf den ersten Blick zu ereignen, denn das Bild ändert sich nur minimal. Erst bei längerem Betrachten wird langsam der Leidensweg der jungen Frau deutlich. Das Video ist ohne Ton, aber man sieht wie die Atmung der Protagonistin immer schwerer wird und sich langsam Schweißtropfen auf ihrem Gesicht bilden.

Obwohl die Szenerie immer dramatischer wird, bleibt der in die Ferne gerichtete Blick der jungen Frau bis zum Ende ungebrochen stolz und heldenhaft.

Barbara Auer
Kunstverein Ludwigshafen

Die Darstellerin wurde in einer Sauna gefilmt, um eine Entsprechung der emotionalen Prozesse in physischen zu finden. Die Ästhetik ist an klassische Malerei, vor allem das Portrait Johanna von Orleans von Ingres angelehnt.

 

Joan of Arc

2007 SD Video, Duration 17:07

„Björn Drenkwitz dedicates his work to the historically important figure of Joan of Arc. The French national heroine led the French army against the English in The Hundred Years' War, was accused of heresy and witchery and was burnt at the stake. The 17 minutes long video shows the young heroine in semi-profile, dressed with a metal breastplate. At first glance, nothing seems to happen as the picture changes only very slightly. Only after viewing for a longer time, one can see the young woman beginning to suffer. The video is without sound, but the viewer can see the protagonist's breathing get heavier and she slowly starts to sweat.

Even though the scene gets more and more dramatic, the young woman's gaze remains unbroken, proud and heroic.

Barbara Auer
Kunstverein Ludwigshafen

The actress was filmed in a sauna to find a correspondence of the emotional processes in physical ones. The aesthetics is leant to classical painting, above all the portrait Joan of Arc by Ingres.